Drucken war und ist immer Vielfalt und originale Vervielfältigung.
Seit vorchristlicher Zeit in Ostasien bekannt, wird die Druckkunst in Europa erst mit Gutenbergs Erfindung im 15. Jahrhundert bedeutend und ermöglichte eine explosionsartige Verbreitung von Wissen, Meinungen und literarischen Texten.
Bedeutende Künstler der Renaissance wie Raffael, im deutschen
Sprachraum aber vor allem Albrecht Dürer nutzten die Techniken des
Holzschnitts und des Kupferstichs zur Verbreitung ihrer Werke, aber auch
schon als eigenständiges Medium.
Die Erfindung des Steindrucks durch Alois Senefelder am Ende des 18. Jahrhunderts revolutionierte die Drucktechnik, sodass die Lithografie bis zur Erfindung und Ausbreitung des Offsetdrucks von der Metallplatte zu Beginn des 20. JH das führende gewerbliche Druckverfahren war und blieb, auch wenn der Tiefdruck durch die Erfindung der geätzten Druckplatte an Bedeutung gewann.
Je geringer die gewerbliche Bedeutung der Lithografie und des Tiefdruckswurde, desto bedeutender wurden ihre vielfältigen und in jahrhundertelangem Gebrauch ausgefeilten Darstellungsmöglichkeiten für die Kunst. Diese Entwicklung schien in der zweiten Hälfte des 20. Jh mit dem alles überwältigenden Aufkommen erster digitaler Techniken zu enden.
Heute haben wir erkannt, dass gerade die Implementierung der neuesten digitalen Werkzeuge in den analogen Druckvorgang der Kunst neue Wege öffnet.
